"Die Kinosäle sind für mich heutzutage oft wie Kathedralen und Kirchen, vielleicht sogar mehr als diese, ein Ort unserer Inspiration, an dem wir Spiritualität und Lebensveränderung suchen. Ein Platz, an dem wir dem Leben und auch Gott begegnen können." Tobias Kron
In "Die Reise zum Leben" beschreibt Tobias Kron auf warmherzige und persönliche Art und Weise, was wir von bekannten Kinofilmen über unser Sehnsüchte lernen können. Anhand von praktischen Schritten, sowie einer Reflexion am Ende jedes Kapitels wird der Leser eingeladen, diesen Sehnsüchten nachzugehen und damit auf der eigenen Reise zum Leben weiter voran zu kommen. Denn die größte Gabe die Sie haben ist Ihr Leben! Machen Sie also das Beste daraus!
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INHALTSVERZEICHNIS
Kapitel 1
Finden – Wozu bin ich da?
DER CLUB DER TOTEN DICHTER
Die Kraft der Einzigartigkeit
PATCH ADAMS
Die Kraft des Lebenstraumes
WENN TRÄUME FLIEGEN LERNEN
Die Kraft der Vorstellung
Kapitel 2
Fokus – Wie erreiche ich mein Ziel?
TROJA
Die Kraft der Entscheidung
BRAVEHEART
Die Kraft des Mutes
DAS STREBEN NACH GLÜCK
Die Kraft der Ausdauer
Kapitel 3
Flexibilität – Wie gehe ich mit Fehlern um?
50 ERSTE DATES
Aus Fehlern lernen
GOOD WILL HUNTING
Die Kraft der Vergebung
GRAN TORINO
Krisen sind Chancen
Kapitel 4
Freude – Wie kann ich das Leben lieben?
FORREST GUMP
Die Kraft der Gelassenheit
DAS DSCHUNGELBUCH
Die Kraft der Freundschaft
WALK THE LINE
Die Kraft der Liebe
Kapitel 5
Fundament – Worauf steht mein Leben?
MATRIX
Die Kraft der Suche
ADAMS ÄPFEL
Die Kraft des Glaubens
SIEBEN LEBEN
Die Kraft des Segnens
Leseprobe
EINLEITUNG
„In einem lebendigen Menschen verherrlicht sich Gott.“ Irenäus von Lyon
Eigentlich hatte ich einen ganz normalen Dezemberabend geplant, der mir ein wenig Entspannung bringen sollte, denn die Trägheit der kalten Tage und dunklen Nächte weckten nicht gerade das in mir, was man wohl als ein Glücksgefühl bezeichnen würde. Wie jedes Jahr hatte ich die Weihnachtsgeschenke noch nicht beisammen und mein Job verlangte auch gerade eine Menge von mir. Eigentlich fühlte ich mich leer und so kam die Einladung auf einen entspannten Abend gerade recht. Denn auch in den Herausforderungen des Alltags braucht es Stunden der Zerstreuung, Momente, in denen die Seele einfach baumeln darf, bevor es in die nächste Schlacht geht. Meine Freunde luden mich ein, mich zusammen mit ihnen im Kino von einer guten Geschichte berieseln zu lassen und zu entspannen. Es sollte einfach ein seichter Abend werden. Ich konnte ja nicht ahnen was mich dort erwarten sollte, denn der Abend fegte wie ein Orkan über mich hinweg. Was war passiert? Nun, mit Popcorn und Cola bewaffnet suchte ich hastig nach meinem Sitzplatz und freute mich sehr darauf,dem Gesetz der Schwerkraft nachzugeben und mich in den Sessel fallen zu lassen. Das Kino war auffällig voll, die Werbung war nicht gerade atemberaubend und hätte
durchaus gekürzt werden können. Als der Film begann, war mir wieder einmal klar, dass ich das Buch, auf dem der Film
basierte, nie gelesen hatte. Doch nach wenigen Minuten sollte das alles unwesentlich werden. Wie magisch wurde ich von dem, was auf der Leinwand passierte, angezogen. Mein Herz schlug schneller und Emotionen durchzogen mich von den Haarspitzen abwärts. Kurz, der Film zog mich unwiderstehlich in seinen Bann, er sprach regelrecht zu mir und küsste meine Seele mitsamt ihrer Leidenschaften wach. Tief berührt verließ ich den Kinopalast wie einen Tempel in den Bergen Tibets mit dem Gefühl, als ob das Leben in seiner ganzen Fülle nach mir gerufen hätte. Welcher Film es gewesen ist? An dem besagten Abend war es einer der Filme, über die ich mit Ihnen reden werde, und doch hätte es jeder beliebige sein können. Die Kinosäle sind für mich
heutzutage oft wie Kathedralen und Kirchen, vielleicht sogar mehr als diese, ein Ort unserer Inspiration, an dem wir
Spiritualität und Lebensveränderung suchen. Ein Platz, an dem wir dem Leben und auch Gott begegnen können. Lassen Sie also
auch die Filme durch dieses Buch zu Ihnen sprechen. Denn das Leben ruft nach Ihnen!
Kapitel 4
GOOD WILL HUNTING – Die Kraft der Vergebung
„Du kannst nichts dafür! Nein, nein, nein, du kannst nichts dafür! Du kannst nichts dafür.“ Sean zu Will in „Good Will Hunting”
Good Will Hunting erzählt die Geschichte eines faszinierenden Jungen Mannes Will Hunting. Wie sein bester Freund Chuckie lebt Will in einem Arbeiterviertel Amerikas in dem es rau zugeht. Will und seine Freunde ernähren sich von Gelegenheitsjobs, wenn sie nicht gerade in den Vorortkneipen herumhängen. Als er eines Tages in eine Kneipenschlägerei verwickelt wird, kann er sich vor Gericht nur aus einer drohenden Gefängnisstrafe rausreden, indem er verspricht, einen Psychologen aufzusuchen. Am Anfang können sich Will und sein Seelendoktor Maguire nicht so richtig ausstehen. Will ist überhaupt nicht an den Sitzungen interessiert und versucht lieber weiterhin vor seinen Problemen zu fliehen anstelle sich ihnen zu stellen. Aber nach und nach entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden und schließlich beginnt Will sogar sich in einer Therapiesitzung zu öffnen. Er erzählt von den tiefen Verletzungen der Vergangenheit und beginnt seiner Trauer freien Lauf zu lassen. Maguire spricht Will zu, dass er nichts für seine Vergangenheit kann und ermutigt ihn loszulassen und Vergebung anzunehmen. Will erfährt dadurch eine dramatische Veränderung.
Die Geschichte einer großen Lebensveränderung durch die Kraft der Vergebung ist jene von „Good Will Hunting“.
Erst als Will lernte sich selbst zu vergeben, konnte er eine gesunde Beziehung zu seinen Mitmenschen, Freunden und seiner großen Liebe aufbauen! Vergebung startet immer damit, dass Sie lernen sich selbst zu vergeben!
Kennen Sie das Gefühl davon, dass falsche Entscheidungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens getroffen haben immer noch Macht auf Sie ausüben?
Wenn ja, dann kommen Ihnen diese Sätze vielleicht bekannt vor:
„Ich werde mir nie dafür vergeben können!“
„Ich wünschte, ich könnte noch mal neu beginnen!“ „Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe!“
Es gibt drei Wege, wie wir die Belastungen unserer Vergangenheit betrachten können: 1. Wir fressen sie in uns hinein, denken darüber nach. Halten sie uns immer wieder vor Augen und umklammern sie fest. Als Resultat werden wir bitter, beginnen andere oder sogar uns vollständig zu hassen. Fallen in Apathie, Depression und Selbstzerstörung. 2. Wir geben sie nach Außen. Die Trauer, die wir in unserem Leben haben, entlädt sich auf unsere Mitmenschen. Wutanfälle und Jähzorn begleiten uns. Weil wir selbst so verletzt sind, verletzten wir andere, um das Leben für uns erträglich zu gestalten und einen Schutz vor weiteren Verletzungen aufzubauen.
3. Wir haben durch die Kraft der Vergebung einen Weg gefunden, die Tragödien unseres Lebens loszulassen. Dabei machen wir nicht Schlechtes auf einmal gut, aber wir lassen etwas los, das wie ein böses Geschwür unser Leben zerstört.
Tun Sie sich etwas Gutes, und lassen Sie die Tragödien Ihres Lebens durch die Kraft der Vergebung los. Sie allein können Sich dafür entscheiden frei zu werden oder weiter an dem Unrecht festzuhalten. Lassen Sie mich diesen Gedanken an folgender Geschichte illustrieren:
Ein älterer und eine jüngerer Mönch gingen eines Tages an einem Fluss spazieren. Plötzlich treffen diese auf eine junge Frau, die völlig verzweifelt ist, weil es ihr nicht gelingt über den Fluss zu kommen um ihren Termin einzuhalten. Weit und breit sei keine Brücke in Sicht und im Schwimmen sei sie auch nicht sonderlich gut. Voller Mitgefühl bietet ihr der jüngere Mönch an, sie auf seinem Rücken durch das Wasser ans andere Ufer zu tragen. Sein älterer Kollege zieht ihn für einen Moment zur Seite und ermahnt ihn, der Frau nicht zu nahe zu kommen, damit er nicht in Versuchung kommt. Gesagt getan. Der jüngere Mönch nimmt die Frau auf seine Schultern, achtet darauf, dass sie ihn nicht zu eng umschlingt und trägt sie sicher durch den Fluss. Auf der anderen Seite ankommen, ist die Frau so begeistert, dass sie den jungen Mönch fest in die Arme schließt und ihm vor lauter Freude einen dicken Kuss gibt. Die Mönche setzten ihren Spaziergang fort. Nach einigen Stunden bleibt der ältere Mönch stehen, fast seinen Kollegen fest an den Arm und sagt ihm: „Ich kann nicht glauben, dass du das hast mit dir machen lassen.“ Darauf sagt der junge Mönch. „Ich wusste nicht, dass dich dieser Moment immer noch verfolgt. Ich habe die junge Frau vor Stunden gehen lassen, aber du trägst sie immer noch mit dir herum. Haben Sie auch etwas, was Sie schon längst loslassen müssten?
Eine der heftigsten wahren Geschichten, die ich über Vergebung gehört habe, ist die der Jüdin Corrie ten Boom. Corrie wurde unter den Nazis 1944 zusammen mit Ihrer Schwester Betsie in das KZ Ravensbrück deportiert. Viele Jahre nach dieser schrecklichen Gefangenschaft, in der sie auch ihre Schwester verlor, war Corrie ten Boom als Sprecherin in einer Kirche eingeladen. Das Thema war Vergebung. Nach der Veranstaltung kamen wie immer Zuhörer nach vorne für Gebete oder auch kurze Gespräche. Auf einmal schreckte ten Boom zusammen, als sie in dem Mann, der sich gegen den Strom der Menschen durcharbeitete, einen der ehemaligen Wärter des KZs erkannte. Plötzlich waren die Bilder der Vergangenheit, Bilder der Scham, nackt an diesem Mann vorbeigehen zu müssen, der gebrechlichen Gestalt ihrer Schwester Betsie und des gesamten Leids dieser Zeit wieder präsent. Die Last der Vergangenheit drückte sie und ihr wurde klar, welche Macht die Vergangenheit noch über sie hatte. Und nun stand dieser Mann vor ihr und bat sie nach ihrem Vortrag um Vergebung.
Eben noch hatte Corrie darüber gesprochen, dass diejenigen Menschen, die ihren früheren Feinden vergeben konnten, auch in der Lage waren, ihr Leben wieder aufzubauen, egal, welche körperlichen Narben sie trugen. Aber auch, dass wann immer man das nicht tat, Bitterkeit Raum nahm und man als Invalide zurückblieb. Und so berichtet ten Boom von einer Entscheidung des Willens, die ausgestreckte Hand des Mannes anzunehmen und „Ja“ zur Vergebung zu sagen und frei zu werden.
Viele Menschen wie Corrie ten Boom haben die Kraft der Vergebung erfahren und wenn sie das konnten, können Sie das auch!
"Als Gott mir vergeben hat, dachte ich mir, ich sollte das vielleicht auch tun."
Johnny Cash
Was motiviert Menschen wie Corrie ten Boom und Johnny Cash, sich selbst und anderen Menschen zu vergeben? Was gibt ihnen die Kraft dazu?
Es ist zum einen der Wunsch, sich selber etwas Gutes zu tun, frei zu werden und der anderen Person keine Kontrolle mehr zu gewähren. Es ist aber auch der Glaube an einen vergebenden Gott gewesen.
Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun.
Lukas 23, 34
Als Jesus am Kreuz hing bat er Gott nicht nur um Vergebung für die Menschen, die ihn verraten, verkauft und gekreuzigt haben, sondern auch für uns.
Ja, Sie haben richtig gehört, Gott ist bereit, Ihnen das gesamte Packet Ihrer Fehler, Schuld und Sünde zu vergeben. Und wenn Gott Ihnen vergeben möchte, dann können Sie sich erst recht vergeben. Und wenn Sie sich vergeben haben, dann vergeben Sie den Menschen, die an Ihnen schuldig geworden sind.
„Du kannst nichts dafür” ist der Satz in „Good Will Hunting“, der Will die Kraft zur Vergebung verleiht. Lassen auch Sie sich an den Punkt führen, an dem Sie bereit sind loszulassen!
Wie können Sie das praktisch angehen?
SCHRITT EINS Nennen Sie Unrecht beim Namen!
Ob Sie selber jemanden eine Verletzung zugefügt haben oder verletzt wurden - Vergebung beginnt damit, die Sache nicht zu beschönigen. Machen Sie nicht Fünfe gerade und kehren Sie keine Verletzung einfach unter den Teppich. Nennen Sie das Unrecht beim Namen und sagen Sie sich und anderen, was Sie verletzt hat!
SCHRITT ZWEI Versuchen Sie Verständnis zu gewinnen!
Versuchen Sie zu verstehen, was Sie dazu getrieben hat, den anderen oder sich selbst zu verletzten und so hart mich sich und anderen umzugehen.
Versuchen Sie, sich in die Person hineinzuversetzen, die Sie so sehr verletzt hat.
Warum hat es Sie so tief getroffen? Was hat die Person wohl dazu animiert?
Wenn Sie sich selbst und andere besser verstehen, kann es leichter sein loszulassen.
SCHRITT DREI Vergeben Sie!
Wenn Gott das, was Er vergeben hat, beerdigt und Gras darüber wachsen lassen möchte, dann seien Sie nicht der Ochse, der die Wiese wieder abmäht.
Vergeben heißt auch loslassen. Es heißt nicht, dass ich dem anderen gleich um den Hals fallen muss und manchmal müssen Sie auf Ihre Grenzen achten und sich eingestehen, dass Sie die Nähe des anderen nicht ertragen können. Der Schritt, dem anderen zu vergeben, befreit Sie aber davon, weiter an der Verletzung und dem negativen Einfluss einer anderen Person gebunden zu sein. Es ist in erster Linie ein Akt, in dem Sie sich selbst etwas Gutes tun.
SCHRITT VIER Suchen Sie den Nutzen!
Vergebung kann zuletzt auch die Chance beinhalten, dass Sie kostbare Erfahrungen sammeln können. Manche Wunden sind der Ort, an denen Sie Gott und Ihr wahres Wesen auf neue Art und Weise kennen lernen können. Dann können aus Tränen und Verletzungen Edelsteine werden.
REFLEXION:
#1 Was denken Sie darüber, dass Vergebung immer damit beginnt, sich selber zu vergeben?
#2 Wo haben Sie das erlebt, dass man ohne die Kraft von Vergebung die Verletzungen entweder in sich hineinfrisst oder nach außen kanalisiert, indem man andere verletzt?
#3 Wie wollen Sie in Zukunft mit Verletzungen umgehen? Gibt es Menschen, die Ihnen ein Vorbild sind und von denen Sie gegebenenfalls lernen könnten?
„In einem lebendigen Menschen verherrlicht sich Gott.“ Irenäus von Lyon
Eigentlich hatte ich einen ganz normalen Dezemberabend geplant, der mir ein wenig Entspannung bringen sollte, denn die Trägheit der kalten Tage und dunklen Nächte weckten nicht gerade das in mir, was man wohl als ein Glücksgefühl bezeichnen würde. Wie jedes Jahr hatte ich die Weihnachtsgeschenke noch nicht beisammen und mein Job verlangte auch gerade eine Menge von mir. Eigentlich fühlte ich mich leer und so kam die Einladung auf einen entspannten Abend gerade recht. Denn auch in den Herausforderungen des Alltags braucht es Stunden der Zerstreuung, Momente, in denen die Seele einfach baumeln darf, bevor es in die nächste Schlacht geht. Meine Freunde luden mich ein, mich zusammen mit ihnen im Kino von einer guten Geschichte berieseln zu lassen und zu entspannen. Es sollte einfach ein seichter Abend werden. Ich konnte ja nicht ahnen was mich dort erwarten sollte, denn der Abend fegte wie ein Orkan über mich hinweg. Was war passiert? Nun, mit Popcorn und Cola bewaffnet suchte ich hastig nach meinem Sitzplatz und freute mich sehr darauf,dem Gesetz der Schwerkraft nachzugeben und mich in den Sessel fallen zu lassen. Das Kino war auffällig voll, die Werbung war nicht gerade atemberaubend und hätte
durchaus gekürzt werden können. Als der Film begann, war mir wieder einmal klar, dass ich das Buch, auf dem der Film
basierte, nie gelesen hatte. Doch nach wenigen Minuten sollte das alles unwesentlich werden. Wie magisch wurde ich von dem, was auf der Leinwand passierte, angezogen. Mein Herz schlug schneller und Emotionen durchzogen mich von den Haarspitzen abwärts. Kurz, der Film zog mich unwiderstehlich in seinen Bann, er sprach regelrecht zu mir und küsste meine Seele mitsamt ihrer Leidenschaften wach. Tief berührt verließ ich den Kinopalast wie einen Tempel in den Bergen Tibets mit dem Gefühl, als ob das Leben in seiner ganzen Fülle nach mir gerufen hätte. Welcher Film es gewesen ist? An dem besagten Abend war es einer der Filme, über die ich mit Ihnen reden werde, und doch hätte es jeder beliebige sein können. Die Kinosäle sind für mich
heutzutage oft wie Kathedralen und Kirchen, vielleicht sogar mehr als diese, ein Ort unserer Inspiration, an dem wir
Spiritualität und Lebensveränderung suchen. Ein Platz, an dem wir dem Leben und auch Gott begegnen können. Lassen Sie also
auch die Filme durch dieses Buch zu Ihnen sprechen. Denn das Leben ruft nach Ihnen!
Kapitel 4
GOOD WILL HUNTING – Die Kraft der Vergebung
„Du kannst nichts dafür! Nein, nein, nein, du kannst nichts dafür! Du kannst nichts dafür.“ Sean zu Will in „Good Will Hunting”
Good Will Hunting erzählt die Geschichte eines faszinierenden Jungen Mannes Will Hunting. Wie sein bester Freund Chuckie lebt Will in einem Arbeiterviertel Amerikas in dem es rau zugeht. Will und seine Freunde ernähren sich von Gelegenheitsjobs, wenn sie nicht gerade in den Vorortkneipen herumhängen. Als er eines Tages in eine Kneipenschlägerei verwickelt wird, kann er sich vor Gericht nur aus einer drohenden Gefängnisstrafe rausreden, indem er verspricht, einen Psychologen aufzusuchen. Am Anfang können sich Will und sein Seelendoktor Maguire nicht so richtig ausstehen. Will ist überhaupt nicht an den Sitzungen interessiert und versucht lieber weiterhin vor seinen Problemen zu fliehen anstelle sich ihnen zu stellen. Aber nach und nach entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden und schließlich beginnt Will sogar sich in einer Therapiesitzung zu öffnen. Er erzählt von den tiefen Verletzungen der Vergangenheit und beginnt seiner Trauer freien Lauf zu lassen. Maguire spricht Will zu, dass er nichts für seine Vergangenheit kann und ermutigt ihn loszulassen und Vergebung anzunehmen. Will erfährt dadurch eine dramatische Veränderung.
Die Geschichte einer großen Lebensveränderung durch die Kraft der Vergebung ist jene von „Good Will Hunting“.
Erst als Will lernte sich selbst zu vergeben, konnte er eine gesunde Beziehung zu seinen Mitmenschen, Freunden und seiner großen Liebe aufbauen! Vergebung startet immer damit, dass Sie lernen sich selbst zu vergeben!
Kennen Sie das Gefühl davon, dass falsche Entscheidungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens getroffen haben immer noch Macht auf Sie ausüben?
Wenn ja, dann kommen Ihnen diese Sätze vielleicht bekannt vor:
„Ich werde mir nie dafür vergeben können!“
„Ich wünschte, ich könnte noch mal neu beginnen!“ „Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe!“
Es gibt drei Wege, wie wir die Belastungen unserer Vergangenheit betrachten können: 1. Wir fressen sie in uns hinein, denken darüber nach. Halten sie uns immer wieder vor Augen und umklammern sie fest. Als Resultat werden wir bitter, beginnen andere oder sogar uns vollständig zu hassen. Fallen in Apathie, Depression und Selbstzerstörung. 2. Wir geben sie nach Außen. Die Trauer, die wir in unserem Leben haben, entlädt sich auf unsere Mitmenschen. Wutanfälle und Jähzorn begleiten uns. Weil wir selbst so verletzt sind, verletzten wir andere, um das Leben für uns erträglich zu gestalten und einen Schutz vor weiteren Verletzungen aufzubauen.
3. Wir haben durch die Kraft der Vergebung einen Weg gefunden, die Tragödien unseres Lebens loszulassen. Dabei machen wir nicht Schlechtes auf einmal gut, aber wir lassen etwas los, das wie ein böses Geschwür unser Leben zerstört.
Tun Sie sich etwas Gutes, und lassen Sie die Tragödien Ihres Lebens durch die Kraft der Vergebung los. Sie allein können Sich dafür entscheiden frei zu werden oder weiter an dem Unrecht festzuhalten. Lassen Sie mich diesen Gedanken an folgender Geschichte illustrieren:
Ein älterer und eine jüngerer Mönch gingen eines Tages an einem Fluss spazieren. Plötzlich treffen diese auf eine junge Frau, die völlig verzweifelt ist, weil es ihr nicht gelingt über den Fluss zu kommen um ihren Termin einzuhalten. Weit und breit sei keine Brücke in Sicht und im Schwimmen sei sie auch nicht sonderlich gut. Voller Mitgefühl bietet ihr der jüngere Mönch an, sie auf seinem Rücken durch das Wasser ans andere Ufer zu tragen. Sein älterer Kollege zieht ihn für einen Moment zur Seite und ermahnt ihn, der Frau nicht zu nahe zu kommen, damit er nicht in Versuchung kommt. Gesagt getan. Der jüngere Mönch nimmt die Frau auf seine Schultern, achtet darauf, dass sie ihn nicht zu eng umschlingt und trägt sie sicher durch den Fluss. Auf der anderen Seite ankommen, ist die Frau so begeistert, dass sie den jungen Mönch fest in die Arme schließt und ihm vor lauter Freude einen dicken Kuss gibt. Die Mönche setzten ihren Spaziergang fort. Nach einigen Stunden bleibt der ältere Mönch stehen, fast seinen Kollegen fest an den Arm und sagt ihm: „Ich kann nicht glauben, dass du das hast mit dir machen lassen.“ Darauf sagt der junge Mönch. „Ich wusste nicht, dass dich dieser Moment immer noch verfolgt. Ich habe die junge Frau vor Stunden gehen lassen, aber du trägst sie immer noch mit dir herum. Haben Sie auch etwas, was Sie schon längst loslassen müssten?
Eine der heftigsten wahren Geschichten, die ich über Vergebung gehört habe, ist die der Jüdin Corrie ten Boom. Corrie wurde unter den Nazis 1944 zusammen mit Ihrer Schwester Betsie in das KZ Ravensbrück deportiert. Viele Jahre nach dieser schrecklichen Gefangenschaft, in der sie auch ihre Schwester verlor, war Corrie ten Boom als Sprecherin in einer Kirche eingeladen. Das Thema war Vergebung. Nach der Veranstaltung kamen wie immer Zuhörer nach vorne für Gebete oder auch kurze Gespräche. Auf einmal schreckte ten Boom zusammen, als sie in dem Mann, der sich gegen den Strom der Menschen durcharbeitete, einen der ehemaligen Wärter des KZs erkannte. Plötzlich waren die Bilder der Vergangenheit, Bilder der Scham, nackt an diesem Mann vorbeigehen zu müssen, der gebrechlichen Gestalt ihrer Schwester Betsie und des gesamten Leids dieser Zeit wieder präsent. Die Last der Vergangenheit drückte sie und ihr wurde klar, welche Macht die Vergangenheit noch über sie hatte. Und nun stand dieser Mann vor ihr und bat sie nach ihrem Vortrag um Vergebung.
Eben noch hatte Corrie darüber gesprochen, dass diejenigen Menschen, die ihren früheren Feinden vergeben konnten, auch in der Lage waren, ihr Leben wieder aufzubauen, egal, welche körperlichen Narben sie trugen. Aber auch, dass wann immer man das nicht tat, Bitterkeit Raum nahm und man als Invalide zurückblieb. Und so berichtet ten Boom von einer Entscheidung des Willens, die ausgestreckte Hand des Mannes anzunehmen und „Ja“ zur Vergebung zu sagen und frei zu werden.
Viele Menschen wie Corrie ten Boom haben die Kraft der Vergebung erfahren und wenn sie das konnten, können Sie das auch!
"Als Gott mir vergeben hat, dachte ich mir, ich sollte das vielleicht auch tun."
Johnny Cash
Was motiviert Menschen wie Corrie ten Boom und Johnny Cash, sich selbst und anderen Menschen zu vergeben? Was gibt ihnen die Kraft dazu?
Es ist zum einen der Wunsch, sich selber etwas Gutes zu tun, frei zu werden und der anderen Person keine Kontrolle mehr zu gewähren. Es ist aber auch der Glaube an einen vergebenden Gott gewesen.
Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun.
Lukas 23, 34
Als Jesus am Kreuz hing bat er Gott nicht nur um Vergebung für die Menschen, die ihn verraten, verkauft und gekreuzigt haben, sondern auch für uns.
Ja, Sie haben richtig gehört, Gott ist bereit, Ihnen das gesamte Packet Ihrer Fehler, Schuld und Sünde zu vergeben. Und wenn Gott Ihnen vergeben möchte, dann können Sie sich erst recht vergeben. Und wenn Sie sich vergeben haben, dann vergeben Sie den Menschen, die an Ihnen schuldig geworden sind.
„Du kannst nichts dafür” ist der Satz in „Good Will Hunting“, der Will die Kraft zur Vergebung verleiht. Lassen auch Sie sich an den Punkt führen, an dem Sie bereit sind loszulassen!
Wie können Sie das praktisch angehen?
SCHRITT EINS Nennen Sie Unrecht beim Namen!
Ob Sie selber jemanden eine Verletzung zugefügt haben oder verletzt wurden - Vergebung beginnt damit, die Sache nicht zu beschönigen. Machen Sie nicht Fünfe gerade und kehren Sie keine Verletzung einfach unter den Teppich. Nennen Sie das Unrecht beim Namen und sagen Sie sich und anderen, was Sie verletzt hat!
SCHRITT ZWEI Versuchen Sie Verständnis zu gewinnen!
Versuchen Sie zu verstehen, was Sie dazu getrieben hat, den anderen oder sich selbst zu verletzten und so hart mich sich und anderen umzugehen.
Versuchen Sie, sich in die Person hineinzuversetzen, die Sie so sehr verletzt hat.
Warum hat es Sie so tief getroffen? Was hat die Person wohl dazu animiert?
Wenn Sie sich selbst und andere besser verstehen, kann es leichter sein loszulassen.
SCHRITT DREI Vergeben Sie!
Wenn Gott das, was Er vergeben hat, beerdigt und Gras darüber wachsen lassen möchte, dann seien Sie nicht der Ochse, der die Wiese wieder abmäht.
Vergeben heißt auch loslassen. Es heißt nicht, dass ich dem anderen gleich um den Hals fallen muss und manchmal müssen Sie auf Ihre Grenzen achten und sich eingestehen, dass Sie die Nähe des anderen nicht ertragen können. Der Schritt, dem anderen zu vergeben, befreit Sie aber davon, weiter an der Verletzung und dem negativen Einfluss einer anderen Person gebunden zu sein. Es ist in erster Linie ein Akt, in dem Sie sich selbst etwas Gutes tun.
SCHRITT VIER Suchen Sie den Nutzen!
Vergebung kann zuletzt auch die Chance beinhalten, dass Sie kostbare Erfahrungen sammeln können. Manche Wunden sind der Ort, an denen Sie Gott und Ihr wahres Wesen auf neue Art und Weise kennen lernen können. Dann können aus Tränen und Verletzungen Edelsteine werden.
REFLEXION:
#1 Was denken Sie darüber, dass Vergebung immer damit beginnt, sich selber zu vergeben?
#2 Wo haben Sie das erlebt, dass man ohne die Kraft von Vergebung die Verletzungen entweder in sich hineinfrisst oder nach außen kanalisiert, indem man andere verletzt?
#3 Wie wollen Sie in Zukunft mit Verletzungen umgehen? Gibt es Menschen, die Ihnen ein Vorbild sind und von denen Sie gegebenenfalls lernen könnten?
Die Reise zum Leben
Tobias Kron (38) ist Pastor, Spreacher und Author. Seine Wege sich Lebensthemen zu nähern sind sehr kreativ und innovativ. Er liebt Kaffehäuser und Kinosäle. Weitere Informationen über ihn finden Sie auf www.tobiaskron.com